„Überhöhte Geschwindigkeit nach wie vor häufigste Unfallursache“
Rhein-Sieg-Kreis (kl) – Das Straßenverkehrsamt des Rhein-Sieg-Kreises nimmt gemeinsam mit Bürgermeisterin Wally Feiden eine neue Geschwindigkeitsmessanlage, besser bekannt als Starenkasten, auf der L 144 im Schmelztal bei Bad Honnef in Betrieb.
„Nicht angepasste und überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor eine der häufigsten Unfallursachen“, resümiert Dieter Siegberg, Leiter des Straßenverkehrsamtes des Rhein-Sieg-Kreises, die Erkenntnisse der Unfallkommission. „Viele Autofahrerinnen und Autofahrer unterschätzen die Bedeutung der Geschwindigkeitsbeschränkung und somit die Gefahren, die drohen. Sie überschätzen meist ihr Fahrkönnen und auch die Fahreigenschaften des Fahrzeugs“, sagte Siegberg weiter, „das macht Geschwindigkeitsüberwachungen unentbehrlich.
Die Unfallhäufungsstelle auf der L 144 im Schmelztal bei Bad Honnef, ist schon seit längerem als unfallauffälliger Bereich bekannt. In den Jahren 2000 bis 2005 ereigneten sich hier 65 Unfälle mit 10 Schwerverletzten, 11 Leichtverletzten. 13 Mal musste die Polizei „schweren Sachschaden“ feststellen. Da die angeordneten 40 Kilometer pro Stunde nicht immer eingehalten werden, ist jetzt die noch einzig verbleibende Maßnahme, die Geschwindigkeiten stationär zu überwachen, um die vernünftigen Verkehrsteilnehmer zu schützen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung an dieser Stelle soll künftig durch den Starenkasten überwacht und damit auf das zulässige und unfallverhindernde Niveau gesenkt werden.
Weiterhin wird in dem Streckenabschnitt demnächst eine so genannte Rüttelmarkierung in der Mitte der Fahrbahn angebracht. Diese soll das Überfahren der Mittellinie verhindern.
Durch ähnliche präventive Maßnahmen konnten im Vergangenen Jahr die Unfälle aufgrund überhöhter Geschwindigkeit im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis um 19,9 Prozent, von 509 auf 408, gesenkt werden. Die Zahl der Leichtverletzten ging dabei um 43,2 Prozent, von 367 auf 172, die Zahl der Schwerverletzten um 26,2 Prozent, von 65 auf 48, zurück. Die Anzahl der Toten wurde im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis um 36,4 Prozent, von 11 auf 7, verringert.
Für das linksrheinische Kreisgebiet liegen für das Jahr 2005 noch keine aktuellen Zahlen vor. Aber auch hier gehen die Geschwindigkeitsunfälle zurück.
Im gesamten Rhein-Sieg-Kreis gibt es 50 Starenkästen die mit 11 Kameras abwechselnd bestückt werden. Bei jährlich 67.000 bis 70.000 verwertbaren Fotos werden etwa 1,6 Millionen Euro an Verwarn- und Bußgelder eingenommen. Die Stationäre Geschwindigkeitsüberwachung kosten den Kreis dabei etwa 1 Million Euro im Jahr. Neben den stationären Messanlagen finden an etwa 300 Standorten im Kreisgebiet zudem mobile Messungen statt. Diese finden nicht nur tagsüber, sondern auch frühmorgens, spätabends und an Wochenenden statt. Hier beläuft sich die Summe an jährlichen Verwarn- und Bußgeldern auf etwa 450.000 Euro bei einem Kostenaufwand von etwa 350.000 Euro. Die mobilen Messungen werden jeweils mit den Einsatzplänen der Polizeibehörden abgestimmt.
„Der Rhein-Sieg-Kreis, der Landrat als Kreispolizeibehörde sowie das Polizeipräsidium Bonn bemühen sich im Interesse aller Verkehrsteilnehmer, Unfälle, die durch überhöhte Geschwindigkeit verursacht werden, auch weiterhin zu reduzieren“, sagte Siegberg abschließend.